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Missionarin auf Zeit

Im Projekt "MissionarIn auf Zeit" (MaZ) bietet jungen Menschen die Möglichkeit in einem zeitlich befristeten Aufenthalt mit einer religiös geprägten Lebensgemeinschaft Erfahrungen in einer anderen Kultur zu machen.

Der Aufenthalt kann als Freiwilligendienst im Ausland angerechnet werden.

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Impuls zum 4. Advent 2021

Am 4. Adventssonntag werden wir Zeugnis von der besonderen Begegnung zwischen Elisabet und Maria. Beide sind erfüllt von der Gegenwart der jeweils anderen.
Es begegnen sich zwei Frauen, die erfüllt sind von der Hoffnung auf neues Leben; es begegnen sich zwei Generationen, die alt und jung miteinander verknüpfen...

Torhaus und Basilika Knechtsteden

Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war ganz still. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen. Die erste Kerze seufzte und sagte: „Ich heiße Friede. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden, sie wollen mich nicht." Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.

Die zweite Kerze flackerte und sagte: „Ich heiße Glaube. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts mehr wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne." Ein Luftzug wehte durch den Raum und die zweite Kerze war aus.
Leise und sehr traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort: „Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur noch sich selbst und nicht die anderen, die sie liebhaben sollten." Und im letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind ins Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte: „Aber ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!" Und fast fing es an zu weinen.

Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte: „Hab keine Angst, solange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße nämlich Hoffnung."

Mit einem Streichholz nahm das Kind Licht von dieser Kerze und zündete die anderen Lichter wieder an- voll Freude und Hoffnung.

Von dieser Hoffnung ist auch im heutigen Evangelium die Rede, nämlich von einer hoffnungsvollen Begegnung. Eine echte Begegnung zwischen zwei Menschen hat immer einen besonderen Reiz. Manchmal wird eine solche Begegnung sogar zu einem Höhepunkt im Leben der beiden Menschen, weil etwas geschieht, was sich nicht in Worte fassen lässt und tief im Inneren des Herzens abläuft.

Elisabet und Maria begegnen sich in einer besonderen Weise. Es kommt zu einem freudigen Ausdruck der Gefühle beider. Beide sind erfüllt von der Gegenwart der jeweils anderen.

Es begegnen sich zwei Frauen, die erfüllt sind von der Hoffnung auf neues Leben; es begegnen sich zwei Generationen, die alt und jung miteinander verknüpfen; es begegnen sich zwei Zeitalter, die die Zeit der Menschen und die Zeit Gottes ineinander verweben; es begegnen einander Himmel und Erde, Gott und Mensch finden zueinander; es begegnen sich zwei Hoffnungsträgerinnen, die den Menschen aller Zeiten ein für alle Mal die unerschütterliche Liebe Gottes mitteilen. Es ist wie die Erfüllung eines hoffnungsvollen Traumes.

Diese neue, hoffnungsvolle Zukunft Gottes folgt nicht den Regeln, die Menschen sich ausgedacht haben. Hier spielt die Liebe die erste Geige. Und wir dürfen und können einstimmen in diese Liebesmelodie, unsere Herzen wieder neu dieser Liebe öffnen und dieser Liebe neue Wege bereiten. Wir sind eingeladen, Ja zu sagen zu Gott und seiner Liebe, unser Leben und unseren Glauben danach auszurichten. So kann durch unser Ja Jesus in unserer kleinen Welt geboren werden. Unser Leben wird so zu einer Begegnung mit Gott, die echt und tief ist, weil sie getragen ist von Liebe und weil sie der Freude und der Hoffnung neue Wege bahnt.

P. Michael Wegner CSSp


17.12.2021

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