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Marienstatt im Westerwald, heute noch ein Zisterzienserkloster und Wallfahrtsziel für viele Gläubige aus der Umgebung. Hier waren die Spiritaner im vorletzten Jahrhundert für einige Jahre tätig.
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Der elsässische Judenkonvertit Franz Maria Paul Libermann wollte
ursprünglich die Kongregation vom Unbefleckten Herzen Mariens in Straßburg
gründen, um junge Männer für den Dienst an den Menschen schwarzer Rasse aus
Frankreich und Deutschland zu gewinnen. Aber es sollte anders kommen. Der
Bischof von Amiens lud ihn in seine Diözese ein, weihte ihn zum Priester und
stellte ihm ein Haus für das Noviziat zur Verfügung. In dieser Einladung sah
Libermann den Willen Gottes, und begann deshalb sein Werk im Innern
Frankreichs. Er verfolgte aber den Gedanken weiter, nach Deutschland hinein
zu wirken. Deshalb schrieb er in der Mainzer Zeitung "Der Katholik" einen
Artikel, um seine Gemeinschaft in Deutschland bekannt zu machen. Auf Grund
dieses Berichtes schlossen sich schon bald einige junge Männer aus
Deutschland der jungen Gemeinschaft an.
Es dauerte aber noch einige Jahre, bis der Wunsch Libermanns in Erfüllung
ging, Niederlassungen in Deutschland zu gründen, obwohl die Kongregation
mehrfach hierher eingeladen wurde (Unter anderem wurde ihnen auch die
heutige Erzabtei Beuron angeboten).
Pfarrer Ernst Münzensberger aus der Erzdiözese Köln, der den Spiritanern
freundschaftlich verbunden war, erreichte, dass die Kongregation einige
Häuser in Deutschland erwerben konnte. Dabei ging es Münzensberger vor allem
darum, Seelsorger für die Katholiken in der Diaspora zu gewinnen. Er wies
darauf hin, daß es immer wieder Menschen gäbe, die aus verschiedenen Gründen
nicht nach Afrika gehen könnten. Diesen solle man Gelegenheit geben, ihren
Missionsberuf in der Diaspora in Europa oder in Amerika zu verwirklichen.
Im Jahre 1863, also elf Jahre nach dem Tod Libermanns, wurde seine Vision
Wirklichkeit. In einem Jahr wurden gleich drei Häuser in Deutschland
gegründet: In Kaiserswerth/Düsseldorf, Marienstatt im Westerwald und
Marienthal an der Sieg. Zum Oberen dieser sogenannten "Marienthaler
Provinz" wurde zunächst Pater Johann Baptist Burg ernannt. Vor seinem
Eintritt in die Kongregation war er Professor am Priesterseminar in
Straßburg gewesen, wo Libermann zu seinen Studenten zählte.
In Kaiserswerth wurden den Spiritanern elf alte und pflegebedürftige
Priester anvertraut, die von den Brüdern Donatus und Zosimus betreut
wurden. Pater Wilhelm Bigot, ebenfalls Elsässer, gab Unterricht in den
Schulen der näheren und weiteren Umgebung, um für Missionsberufe zu werben.
Das Haus in Kaiserswerth wurde 1870 den Brüdern des heiligen Alexius
übergeben, da die Spiritaner für diese spezielle Krankenpflege nicht
ausgebildet waren.
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Der Eingang in das Kloster Marienstatt, in dem die Spiritaner lebten und arbeiteten. Neben der Wallfahrtsseelsorge war ihnen auch die Sorge für die rund 21 Dörfer der Umgebung übertragen worden.
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Marienthal und Marienstatt sind Wallfahrtsorte. Dort übernahmen die
Spiritaner die Pilgerseelsorge, sie kümmerten sich aber auch um die
umliegenden Pfarreien allein zur Pfarrei Marienstatt gehörten damals 21
Dörfer.
Die Spiritaner waren aber nicht nur nach Deutschland gekommen, um
Pfarrseelsorge zu treiben oder sich um die Diasporakatholiken zu kümmern.
Sie verloren nie die Aufgabe aus den Augen, für die Menschen da zu sein, für
die die Kirche nur schwer Arbeiter finden kann. Deshalb errichteten sie
neben einem Noviziat und einem Seminar, auf Wunsch der Regierung auch ein
Internat und eine Schule für straffällig gewordene Jugendliche. Diese
versuchten sie durch Unterricht und durch Schulung ins normale Leben
zurückzuführen. Die Seminaristen sollten später nach Afrika gehen oder den
Katholiken in der Diaspora dienen.
Im September 1864 wurde Pater Josef Strub vom Generaloberen Pater
Schwindenhammer zum Oberen der jungen deutschen Ordensprovinz ernannt. Der
Elsässer Pater Strub war eine charismatische Persönlichkeit. Als er sich
der Kongregation anschloß, folgten ihm 13 seiner Freunde, die die gleiche
Absicht hatten. Man fühlt sich an den heiligen Bernhard von Clairveaux
erinnert, dem 30 junge Leute ins Kloster folgten.
Unter der tatkräftigen Leitung von Pater Strub wuchs die neue Gründung
schnell. Immer mehr junge Leute meldeten sich, um Priester oder Bruder bei
den Spiritanern zu werden. Die Anfragen kamen nicht nur aus der
Nachbarschaft unserer Häuser, sondern von überall her aus Deutschland. Der
spätere Pater Anton Jaworski kam aus Oberglogau/Schlesien (heute: Glogowek/
Polen) nach Marienstatt und wurde der erste polnische Spiritaner.
Die "Väter vom Heiligen Geist", wie sie damals genannt wurden, standen nicht
nur bei den Gläubigen und Bischöfen in hohem Ansehen, sondern auch bei den
Regierungen. Deshalb erhielten sie eine ganze Reihe von Einladungen, noch
mehr schulische und soziale Aufgaben zu übernehmen. Man versuchte sie
dadurch zu gewinnen, dass man darauf hinwies, dass dies auch zur Förderung
des Missionsgedankens beitrage. Der Generalobere wagte aber nicht, noch
mehr Aufgaben zu übernehmen oder mehr Niederlassungen zu gründen. Er wollte
zunächst das Begonnene konsolodieren.
Wie so oft in der Kirchengeschichte, wenn etwas großen Erfolg verspricht für
die Ausbreitung des Reiches Gottes, dann ist der Rückschlag nicht fern. So
auch bei den Spiritanern in Deutschland. Politische Kräfte in Bayern, Baden
und vor allem Preußen fürchteten den wachsenden Einfluß der katholischen
Kirche. Besonders Kanzler Bismarck in Preußen empfand die neu gegründete
katholische Zentrumspartei als eine Bedrohung seiner Macht. Als die
eigentlichen Urheber des politischen Katholizismus wurden die Jesuiten
vermutet. In dem nun beginnenden "Kulturkampf" wurden 1872 die Jesuiten und
ihre "Verwandten" in Deutschland verboten. Sie mußten alle ihre Häuser
schließen und ihre Aktivitäten beenden. 1873 wurden die Spiritaner zusammen
mit den Vinzentinern und Redemptoristen kurzerhand zu "Verwandten" der
Jesuiten erklärt. Sie erlitten das gleiche Schicksal wie die Jesuiten. Trotz
des Protestes der Mitbrüder und trotz der Solidarität der Gläubigen änderte
die Regierung ihre Ansicht nicht. Die Elsässer Pater Bigot und Pater
Bangratz hatten kurz zuvor die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen und
schrieben an die Behörden: "Ist das der Dank unseres Vaterlandes?" So mußten
die Spiritaner im Oktober 1873 Deutschland verlassen und konnten erst im
Jahre 1895 nach Knechtsteden zurückkehren.
Bismarck wollte die Kirche schwächen. Da aber der Übergang vom Tod zum
Leben, vom Kreuz zur Auferstehung das Grundgesetz des Leibes Christi ist,
erwuchs aus dem Tod der Spiritaner in Deutschland neues spiritanisches Leben
in einem anderen Kontinent.
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Aus den bescheidenen Anfängen entwickelte sich die Duquesne Universität, in der Nähe zum Stadtzentrum von Pittsburgh/USA gelegen. Sie bietet Studienmöglichkeit für rund 10.000 Studenten.
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Die Patres und Brüder aus Marienthal und Marienstatt wurden in die
Vereinigten Staaten von Amerika gesandt. Dort begannen sie mit der Arbeit
unter den Schwarzen. Auch hier wurde der uns nun bekannte Pater Strub zum
Superior ernannt. Auf der Suche nach einem zentralen Ort für die Spiritaner
besuchte er Bischof Domenec von Pittsburgh. Sein Wahlspruch lautete "Komm
Heiliger Geist". Der Bischof empfing Pater Strub mit offenen Armen. Er bot
ihm eine Schule für Jungen an und eine Pfarrei für die Deutschen. Pater
Strub nahm das Angebot freudig an. Aus der Schule entwickelte sich die
heutige Duquesne-Universität und aus diesen Anfängen entstanden die heutigen
amerikanischen Provinzen der Spiritaner. Schon am 1. März 1874 wurde die
Vizeprovinz der Spiritaner in den USA errichtet.
Pater Helmut Gerads, CSSp