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Wir gedenken in Dankbarkeit und Liebe unsres Mitbruders.
Unser am 23. Oktober 2006 im Alter von 93 Jahren in Cruzeiro do Sul - Acre (Brasilien) verstorbener Mitbruder Bischof Heinrich Rüth gehörte 71 Jahre der Ordensgemeinschaft der Spiritaner an.
Er war 67 Jahre Priester und 40 Jahre Bischof.
Dom Henrique , wie ihn die Menschen in der Diözese Cruzeiro do Sul liebevoll nannten, wurde am 04. Januar 1913 in Essen-Steele geboren. Dort besuchte er die Volks- und die Höhere Schule. Am 13. April 1935 legte er in Heimbach seine ersten Ordensgelübde ab und studierte an der Ordenshochschule in Knechtsteden Philosophie und Theologie.
Am 5. November 1939 wurde er hier, wegen des ausgebrochenen zweiten Weltkrieges, vorzeitig zum Priester geweiht.
Nach dem Kriegsdienst als Sanitätssoldat an der Ostfront und nach seiner Kriegsgefangenschaft arbeitete P. Heinrich Rüth zunächst in Donaueschingen als Seelsorger und Lehrer für Deutsch und alte Sprachen, ehe er 1949 nach Brasilien gesandt wurde.
Er war als Seelsorger in verschiedenen Gebieten des Distriktes Alto Juruá tätig, bevor er 1964 zum Distriktsoberen ernannt wurde.
1966 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Coadjutor mit dem Recht der Nachfolge von Bischof Josef Hascher in der Prälatur Alto Juruá im Bundesstaat Acre und Amazonas.
Am 02. Oktober 1966 wurde er von Bischof Hengsbach in Essen zum Bischof geweiht. Nach der Resignation von Bischof Hascher übernahm Bischof Rüth die Leitung der Prälatur am 02. Februar 1967.
Mit einer Energie sondergleichen verwandelte Bischof Rüth Cruzeiro do Sul in ein blühendes soziales und religiöses Zentrum, sorgte sich um die Ausbildung von LehrerInnen und KatechistInnen, mühte sich um Ordensleute, errichtete Schulen, eine Leprosenstation und ein Altenheim.
Er setzte sich für die Ausbildung des einheimischen Klerus ein, vollendete den von Bischof Hascher begonnen Bau der Kathedrale, errichtete eine Radiostation, die bis weit ins Landesinnere die Bevölkerung mit Informationen und spirituellen Impulsen erreicht.
Sein Hauptaugenmerk galt trotz aller Bautätigkeit stets der Seelsorge.
Die regelmäßigen Seelsorgsbesuche im Landesinnern gehörten zu seinem Arbeitsprogramm.
Seine Erfahrungen und Eindrücke auf diesen Reisen hat er in spannenden Briefen an seine Freunde und Förderer niedergeschrieben, die uns in Form von Taschenbüchern erhalten sind.
Am 25. Juni 1987 wurde die Prälatur Alto Juruá zur Diözese Cruzeiro do Sul erhoben und Bischof Rüth zu ihrem ersten Bischof ernannt.
Am 07. Dezember 1988 gab er sein Amt an Bischof Ludwig Herbst CSSp. ab, der ihm 1979 als Coadjutor an die Seite gestellt worden war.
Die letzten Lebensjahre verbrachte Bischof Heinrich Rüth zurückgezogen in seinem Haus neben dem von ihm errichteten Waisenhaus von Cruzeiro do Sul, das er einst für die Kinder der Leprakranken erbaut hatte. Treu umsorgt von seinem früheren Sakristan und "Motoristen" Osmarino und von den Thuiner Franziskanerinnen gab er am 23. Oktober sein erfülltes Leben in die Hände Gottes zurück.
Am 24. Oktober wurde er in der Bischofsgruft in "seiner" Kathedrale von Cruzeiro do Sul unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt.
Wir empfehlen unseren Verstorbenen Mitbruder ihrem Gebet.
Vater des Erbarmens und Gott allen Trostes, wir preisen dich und danken dir für unseren Mitbruder Bischof Heinrich Rüth CSSp.
Du hast ihm in deinen ewigen Ratschlüssen den Weg vorgezeichnet, den er gehen sollte.
Nachdem er in der Prüfung des Lebens den Glauben bewahrt und den guten Kampf gekämpft hat, schenke ihm, wir bitten dich, den Frieden und die Freude deines Himmels und uns, zu unserer Zeit, das Wiedersehen mit ihm in deinem Reich.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Amen.
P. Michael Wegner
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