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Spiritaner in Haiti

Die Mehrzahl der Menschen in Haiti leben seit Jahrzehnten in großer Armut. Das schwere Erdbeben 2010 hat diese Situation nochmals verschärft.

Wir Spiritaner sind bereits seit langer Zeit in Haiti tätig. Mit materieller und seelsorglicher Hilfe versuchen wir die schlimmste Not der Menschen zu lindern.

Serie: Warum ich Spiritaner werden möchte? (September)

01.09.2015

Berufungsgeschichten unserer jungen Mitbrüder, die noch in der Ausbildung sind. Paulino Delgado stammt aus Indien. Die Spiritualität seiner Mutter und der einfache Lebensstil des Spiritanerpaters im Ort haben ihn nachhaltig beeindruckt und seine Berufung zum Missionar geprägt.

Im Rahmen des von Papst Franziskus ausgerufenen Jahres der Orden möchten wir ihnen auf unserer Webseite mit der Serie: „Warum ich Spiritaner werden möchte?“ die Berufungsgeschichten unserer jungen Mitbrüder, die noch in der Ausbildung sind, vorstellen. Es ist unser großes Anliegen im Rahmen dieses Jahres, in dem die Orden im Mittelpunkt stehen, ihnen mehr Einblick zu geben in unser Leben; an dem, was uns Freude und Hoffnung bereitet; ja, an dem, was uns trägt und Zukunft verspricht. Jeden Monat kommt ein weiteres Zeugnis dazu. Es sind höchst interessante und bewegende Zeugnisse aus verschiedenen Ländern. Wir wünschen Ihnen eine angenehme Lektüre und bitten um Ihr Gebet für unsere Ordensgemeinschaft, besonders für unsere jungen Spiritaner in der Ausbildung.

Sebastian Samikanu - Wenn der Sonntagsmarsch in den Gottesdienst einen Geschmack zum Ordensleben verleiht

Meine Berufung zu einem Ordensleben als Spiritaner ist eine überraschende Erfahrung und voller Glaubensfreude; besonders meine Ausbildung hier in Nairobi/Kenia, wo ich zurzeit Theologie studiere. Ich komme aus Tamil Nadu im Süden Indien. Spiritaner wurde ich nicht durch Zufall, sondern durch die Gnade Gottes.

Meine Familie in Indien lebt auf dem Land als Bauer. Wir pflanzen Reis und Erdnüsse. Meine Eltern arbeiten sehr hart und verbringen die meiste Zeit auf dem Feld mit dem Ackerbau und dem Hüten unserer Rinder. Meine Berufung zum Missionar verdanke ich vor allem meiner Mutter, die sehr religiös geprägt ist und in der Pfarrgemeinde aktiv mitarbeitet. Sie leitet  zum Beispiel die „Legio Mariens“, einen Gebetsverein.

Schon als kleiner Junge bin ich mit ihr die drei Kilometer zur Kirche gegangen, um dort den Sonntagsgottesdienst zu feiern. Dieser Sonntagsmarsch und der Sonntagsgottesdienst festigten in mir den Wunsch, Priester zu werden.

Ich bewunderte auch unseren Pfarrer, der wegen seines Einsatzes in der ganzen Gegend beliebt war. Ein Priester ist bei uns im Dorf angesehen , besonders wenn er ein gutes Beispiel gibt.

Neben dem Pfarrer hat mich auch der französische Pater Gabriel Myotte-Duquet beeindruckt, der unsere Spiritanergruppe in Indien gegründet hat. Seine einfache Lebensweise bei den Tamilen berührte mich zutiefst. Mein Traum war es, als Missionar zu den Menschen zu gehen, die ich nicht kannte und deren Kultur mir fremd war. Dazu kam noch die Tatsache, dass die Spiritaner dorthin gehen, wo die Kirche sonst keine Arbeiter findet. Das war mein tiefster Wunsch, als ich bei den Spiritanern in Indien eintrat.

Deshalb habe ich mich ganz besonders gefreut, als ich zum Missionspraktikum nach Äthiopien bei den Borananomaden gesandt wurde. Denn als Spiritaner bin ich bereit, dorthin zu gehen, wohin ich gesendet werde, dorthin, wohin der Heilige Geist mich senden will.  Ich bin Spiritaner geworden durch die Gnade Gottes, der mich sendet, die Frohe Botschaft zu den Menschen zu bringen und sie zu Christus zu führen.

Sebastian Samikanu, Indien

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Sebastian Samikanu

Sebastian Samikanu CSSp